Astrologie und Liebe:
Wenn die Liebe nicht erwidert wird: Wunden, die nur schwer heilen
von Gaby Rehmet
Es gehört zu dem dramatischsten Ereignissen die ein Mensch erfahren kann. Nichts wirft einen so tief in den Höllenschlund quälender und bohrender Gefühle wie eine unerwiderte Liebe. Sie kann große Wunden in der menschlichen Seele schlagen. Wunden, die manchmal ein ganzes Leben lang nicht heilen wollen.
Narziss kennt wohl fast jeder aus der griechischen Mythologie. Er war der wunderschöne Jüngling, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte (Narzissmus) und daran zugrunde ging. Die wenigsten dagegen haben schon von Echo gehört. Echo war ziemlich geschwätzig und sie hielt Göttin Juno mit ihrem Gerede hin, während sich Gatte Jupiter mit Echos Freundinnen vergnügte. Zur Strafe wurde Echo mit einem Fluch belegt, der ihr nicht erlaubte, von sich aus zu sprechen, sondern sie konnte nur bereits Gesagtes wiederholen. Besagte Echo verliebte sich nun, wie zahlreiche andere, in den schönen Narziss, der ihre Liebe jedoch nicht erwiderte. Daraufhin zog sie sich in eine Höhle zurück, wo sie aus Kummer immer mehr an Substanz verlor, bis sie nur noch als Klang vorhanden war.
Narziss selber wurde von einer der vielen Abgewiesenen verflucht, dass auch er die Qualen einer unerwiderten Liebe erfahren solle. Liebesgöttin Venus erfüllte diesen Fluch, indem sie ihn sich in sein eigenes Spiegelbild verlieben ließ. Tag und Nacht lag er nun an der Quelle, die sein Spiegelbild zeigte, siechte dahin und starb schließlich.
Höllenqualen der Liebe
Liebe ist eines der herrlichsten Gefühle, die ein Mensch erleben kann. Sie kann uns in die höchsten Höhen, ja vielleicht sogar bis in den Himmel führen.
Aber es gibt auch die andere Seite der Liebe. So wie alles in dieser stofflich-materiellen Welt seine zwei Seiten hat. Sie kann auch in die tiefsten Tiefen, geradewegs in die Hölle führen. Und wer sich dort befindet, sieht sich unglaublichen Qualen ausgesetzt.
Der Dichter Dante Alighieri fasste das im 13. Jahrhundert in folgende Worte:
„Nie hat auf den sich wahrer Schmerz ergossen, der nicht gefühlt der Liebe bitt’res Weh!“
Unerwiderte Liebe gehört zu den Dramen in einem Menschenleben, die sich schon vor allen Zeiten und auch in der Zukunft immer wieder ereignen werden. Sie hat Künstler aller Richtungen beflügelt, die dieses Thema für uns Normalbürger in allen möglichen Formen aufbereitet haben.
So schrieb auch Heinrich Heine 1824 sein „Liebesleid“:
Man glaubt, dass ich mich gräme,
in bittrem Liebesleid,
und endlich glaube ich es selber,
so gut wie andre Leut.
Du Kleine mit großen Augen
Ich habe es dir immer gesagt,
dass ich dich unsäglich liebe,
dass Liebe mein Herz zernagt.
Doch nur in einsamer Kammer
sprach ich auf solche Art.
Und ach! Ich hab immer geschwiegen
in deiner Gegenwart.
Da gab es böse Engel,
die hielten mir zu den Mund;
Und ach! Durch böse Engel
bin ich so elend jetztund.
Der Schmerz einer nicht erwiderten Liebe kann bohrend, zerrüttend und zutiefst vernichtend sein, an dem nicht nur die Seele leidet. Nein, auch der Körper kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Die heftigen Emotionen lösen eine Art hormonellen Stresszustand aus, der je nach Dauer, wirklich schädigen kann. Von Appetitlosigkeit über Schlaflosigkeit, Herzjagen bis hin zu Panikattacken ist alles möglich.
Wenn wir uns verlieben, dann bereitet sich unser Körper ja ganz unbewusst auch auf eine sexuelle Vereinigung vor. Hormonelle Prozesse werden in Gang gesetzt, um das Ereignis vorzubereiten. Laufen wir jedoch mit unseren Gefühlen gegen eine Wand, dann kommt es zu einem Triebstau, der nicht abreagiert werden kann.
Bei manchen Mensch geht die seeliche und körperliche Qual soweit, dass sie damit einfach nicht mehr fertig werden können. Liebeskummer gehört mit zu den häufigsten Gründen für einen Selbstmord. Auch im Kamasutra finden sich Hinweise auf die Gefährlichkeit solchen Liebesleides: „Hoffnungslos Liebende kehren sich immer mehr von der Welt ab und werden schließlich verrückt.“ Und: „Das Ende kommt unwiderruflich. Der Geist wird aufgegeben und der Tod tritt ein.“
Besonders gefährdet sind in dieser Hinsicht Jugendliche und junge Erwachsene, die noch nicht gelernt haben, mit den Gefühlen und „Nebenwirkungen“ einer Liebe umzugehen.
Wer sich an die eigene Jugendzeit zurück erinnert, weiß, wovon hier die Rede ist. Fast jeder von uns hat diese Form unerwiderter Liebe erlebt. Einige haben jahrelang darunter gelitten, manche sogar Wunden in ihrem Herzen behalten, die nicht heilen wollen. Nicht umsonst sang schon Cat Stevens: „The first cut ist the deepest!“
Doppelt schwer: Liebe ohne Gegenliebe
Liebeskummer tut weh! Das ist gar keine Frage. Und da macht es auch keinen Unterschied, ob es der Kummer nach einer Trennung oder die Qual nach etwas nie Gewesenem ist.
Doch es gibt Unterschiede. Liebe ist für die meisten von uns etwas, das zwei Menschen betrifft, die im Austausch miteinander stehen. Das gegenseitige sich aufeinander beziehen, der Dialog der von Herz zu Herz stattfindet, lässt Liebe erst richtig wachsen. So denken wohl die meisten.
Aber es ist eben auch möglich, dass Liebe nur von einer Seite kommt. Wie ein schön verpacktes Geschenk, das nicht angenommen wird oder eine Frage, die ohne Antwort bleibt.
Jemand der Liebeskummer hat, weil seine Beziehung oder Ehe in die Brüche gegangen ist, darf sich der Aufmerksamkeit und des Mitgefühls seiner Umgebung sicher sein. Freunde und Verwandte sind meistens dazu bereit, den Leidenden zu unterstützen und notfalls auch zu entlasten, falls die Probleme den Alltags zu groß werden.
Anders sieht es bei der unerwiderten Liebe aus. Hier erntet der Unglückliche eher Kopfschütteln und Unverständnis. Die wenig hilfreichen Kommentare von: „Nun reiß dich doch mal zuammen!“ bis „Du spinnst doch total!“, treiben den Leidenden nahezu in die Isolation und Einsamkeit. Denn auf lange Sicht wird diese Art der Liebe in die Ecke Unvernunft und Verrücktheit abgeschoben. Oftmals ist es sogar so, dass der Liebende nicht nur seinen Kummer tragen muss, sondern auch noch dem Spott seiner Umgebung ausgesetzt ist.
Bei unseren Teenies begegnen wir diesem Phänomen, dass sie sich unsterblich in einen Popstar oder Schauspieler oder Sporthelden verlieben. Dabei ist jetzt nicht die allgemein recht harmlose Schwärmerei für mal diesen und mal jenen gemeint. Sondern das Gefühl, diese so tolle, unerreichbare Person wirklich zu lieben mit all dem dazugehörigen Leid, welches diese Gefühle verursachen. Dass dies wirklich so sein kann, zeigt schon das Phänomen des Stalkings, mit dem sich viele Prominente herumschlagen müssen.
Diese Art der eingebildeten Liebesbeziehung ist sicher eine Sonderform. Doch scheint sie gerade in unserer medien- und konsumorientierten Zeit eine „moderne“ Art von unerwiderter Liebe zu sein. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied. Bei unerwiderter Liebe kann es nämlich durchaus so sein, dass die geliebte Person gar nichts von den Gefühlen des Betroffenen weiß. Das er völlig ahnungslos ist und es auch bleibt. Beim Stalking jedoch wird die verehrte Person massiv belästigt. Dazu ist es wohl so, dass der „Täter“ große psychische Probleme aufweist. Hier wird die Liebe wohl eher zum Wahn!
Sich in jemanden zu verlieben, der nichts von einem wissen möchte, kann jedermann und -frau passieren. Doch wie so oft im Leben gehen die Menschen ganz unterschiedlich damit um. Dieses unterschiedliche Verhalten beruht meist auf der unterschiedlichen Persönlichkeitsstruktur. So wie manche an Niederlagen ewig leiden, stecken andere diese innerhalb kürzester Zeit weg oder fühlen sich sogar dadurch erst recht heraus gefordert.
So können manche eine unerwiderte Liebe schnell verarbeiten und nach relativ kurzer Zeit wieder nach vorne schauen und sich interessanten und neuen Dingen zuwenden.
Andere hingegen leiden sehr heftig und lange. Manchmal ein ganzes Leben. Es gibt bestimmte Menschentypen, die für das Phänomen einer unerwiderten Liebe anfälliger sind als andere. Dazu gehören, wie ja schon gesagt, sehr junge und emotional unerfahrene Menschen, die sich einfach noch sehr schwer tun, ihre eigenen Gefühle, aber auch die Gefühle eines anderen richtig einzuschätzen.
Zu dieser Gruppe zählen auch die schüchternen Menschen, die Probleme damit haben, ihre Gefühle zu offenbaren und unter sozialen Ängsten leiden. Oder Menschen, die zu Zwängen und Ängsten neigen und sich sehr schwer damit tun, Veränderungen zu akzeptieren und Dinge los zu lassen.
Astrologische Hinweise
Wie gesagt, Jeder kann in solch eine Situation hineingeraten. Aber die meisten kommen nach einiger Zeit recht gut wieder da heraus.
Bei den etwas schwereren Fällen lassen sich im Geburtshoroskop Hinweise finden, die auf eine gewisse Problematik in Hinblick auf die Liebe verweisen. Dabei sind nicht einzelnen Aspekte ausschlaggebend, sondern das Zusammenspiel des gesamten Horoskopes!
So sind Menschen mit Mond/Saturn Themen in gewisser Weise gehemmt und tun sich schwer, ihre oft sehr tiefen Gefühle auszudrücken oder mitzuteilen. Ihre große Schüchternheit verhindert dann, dass sie sich der geliebten Person offenbaren und lassen Chancen, die sie vielleicht sogar hätten, ungenutzt verstreichen. In gewisser Weise gilt dies auch für Männer mit Mars/Saturn oder Frauen mit Venus/Saturn, die in ihrer eigenen geschlechtlichen Identifikation verunsichert sind und sich nicht für Wert erachten, als Mann oder Frau beachtet zu werden. Problematisch können auch starke Skorpion- oder Plutobetonungen werden. Gerade hier fällt es schwer, Dinge los zu lassen, Abstand von den eigenen Vorstellungen zu gewinnen. Außerdem ist mit Skorpion auch eine gewisse Lust am Leiden verbunden. So verlieben sich z.B. Frauen mit Skorpion-Mars gerne in Männer, die ihnen in irgendeiner Form weh tun, weil sie eine Veranlagung zur Schmerzlust haben. Auch Neptun- oder Fischebetonung kann Hinweise liefern, denn hier wird Liebe gerne zum Leid erkoren. Hoffnungslose Liebe bekommt dann den Touch von Romantik und Schwärmerei. Der Realität stellt man sich nur ungern. Dann lieber träumen!
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